Dr. Hoff Arbeitszeitsysteme

 

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Neues von Dr. Hoff Arbeitszeitsysteme – 32

in der Wirtschaftswoche vom 22.01.16 habe ich (auf Seite 68) gelesen, dass das Arbeitszeitgesetz „klinisch tot“ sei. Vor der Weihnachtspause – wie auch schon vor dem Sommerloch 2015 – sind Arbeitgeberverbände Sturm gegen einen „starren 8h-Tag“ gelaufen, den es in diesem Gesetz aber überhaupt nicht gibt: Die gesetzliche Tages-Höchstarbeitszeit beträgt grundsätzlich 10h und die wöchentliche Höchstarbeitszeit grundsätzlich 48h im Durchschnitt von 6 Kalendermonaten, so dass bei 5-Tage-Woche völlig legal praktisch jeden Arbeitstag 10h gearbeitet werden darf.

Da stellt sich mir schon die Frage, was an einem Gesetz falsch sein soll, das z.B. bei „Work-Life-Blending“ (also der fortlaufenden Durchmischung von Arbeits- und Privatzeit) die arbeitsgebundene Zeit auf 13h pro Arbeitstag (10h Arbeitszeit, 3h gesetzliche Pausenzeit und sonstige Arbeitsunterbrechungen) begrenzt und wegen des wöchentlichen Ruhetags auf grundsätzlich [6 x 13h =] 78h pro Woche – und so ein wenig zu einem gesundheitsförderlichen Rhythmus von Anspannung und Entspannung beiträgt und dazu, dass die abhängige Erwerbsarbeit nicht das gesamte Leben bestimmt.

Mit dem Arbeitszeitgesetz können Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gut leben, wie ich in meinem aktualisierten Beitrag zu Heft 1/2016 der Personalwirtschaft zeige. Sie finden ihn auf www.arbeitszeitsysteme.com als Text 12 unter „Arbeitszeitflexibilisierung“.

Mit besten Grüßen aus Potsdam

Andreas Hoff