Dr. Hoff Arbeitszeitsysteme

 

Archiv

Neues von Dr. Hoff Arbeitszeitsysteme – 42

das vom Bundesarbeitsministerium geplante Recht auf befristete Teilzeitarbeit trifft in der Wirtschaft auf Widerstand. So führte z.B. Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall, kürzlich aus (gemäß Pressemitteilung vom 15.02.17): „Wenn Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit entgegen einem geschlossenen Arbeitsvertrag einseitig ändern dürfen, erinnert das stark an Arbeitszeit auf Abruf („KAPOVAZ“), diesmal für Arbeitnehmer. Am Ende ist einseitig der Arbeitnehmer nicht mehr an die festgelegte Hauptleistungspflicht seines Arbeitsvertrages gebunden. Das höhlt das Normal-Arbeitsverhältnis aus.“ Solche Stellungnahmen hat Martina Mescher treffend so kommentiert (in: der freitag 2/17): „Seit Jahren beten sie ihr Mantra, dass wirtschaftlicher Erfolg nur mit flexiblen Arbeitskräften zu gewährleisten sei. Sobald ihnen selbst jedoch mehr Flexibilität abverlangt wird, funktionieren die Abwehrreflexe einwandfrei.“

Künftig wird es ohne lebensphasen- bzw. -ereignisorientierte Vertragsarbeitszeitdauern nicht mehr gehen – und dazu würde ein Recht auf befristete Teilzeitarbeit einen gewissen Beitrag leisten. Wie ich in einem Beitrag zu Heft 1/2017 der Zeitschrift HR Performance zeige (Sie finden ihn auch auf meiner Webseite als Text 11 unter Arbeitszeitflexibilisierung), ist der (unterstützende!) Umgang mit variierenden Vertragsarbeitszeitdauern jedenfalls für flexibel aufgestellte Betriebe überhaupt kein Problem – und die anderen haben diesbezüglich soundso dringend zu bewältigenden Nachholbedarf.

Mit besten Grüßen aus Potsdam

Andreas Hoff