Dr. Hoff Arbeitszeitsysteme

 

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Neues von Dr. Hoff Arbeitszeitsysteme – 54

neu auf meiner Webseite ist der – soeben in Heft 3/2018 der PERSONALFÜHRUNG erschienene – Text „Vertrauen als Basis für Mobilität und Flexibilität“, in dem ich gemeinsam mit Romy Steinmann, Personalleiterin der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Regelungsbestandteile der und Erfahrungen mit der bei der BIM 2016 eingeführten Vertrauensarbeitszeit vorstelle, innerhalb derer auch mobiles Arbeiten möglich ist. Sie finden ihn als Text 12 unter Vertrauensarbeitszeit.

Vor diesem Hintergrund möchte ich kurz zu einer Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) Stellung nehmen, die vergangene Woche durch die Medien gegangen ist – leider, wie heutzutage meist der Fall, unreflektiert. In dieser Studie geht es im Wesentlichen um die (allgemein bekannte) Tatsache, dass mittlerweile viele Arbeitnehmer/innen „freiwillig“ in ihrer Freizeit arbeiten (worunter hier allerdings auch das Studium von Fachliteratur verstanden wird). Daraus wird dann gefolgert, dass (a) Arbeitszeit nicht mehr erfasst werden könne („Messbarkeit von Arbeitszeit gerät zur Illusion“) und (b) das Arbeitszeitgesetz „an Bedeutung verliert“. Für mich offenbaren die IZA-Forscher damit zum einen eine profunde Unkenntnis der Möglichkeiten mobiler Arbeitszeiterfassung – etwa via Smartphone; eine kostenlose und keinerlei Daten saugende App steht z.B. auf meiner Webseite unter Tools zur Verfügung. Zum anderen vernachlässigen sie, dass im Arbeitszeitgesetz als erster Zweck die Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer/innen genannt wird. Und eben dieser Zweck ist beim zunehmend mobilen Arbeiten aktueller denn je.

Dass das Arbeitszeitgesetz einen auch für das Mobile Arbeiten ausreichend flexiblen Rahmen bereitstellt, habe ich bereits an anderer Stelle gezeigt (siehe Text 17 unter Arbeitszeitflexibilisierung). So hat es beispielsweise die im am 8. Februar 2018 für die Bayerische Metall- und Elektroindustrie geschlossenen „Tarifvertrag Mobiles Arbeiten“ getroffene Regelung ermöglicht, wonach sich „für Arbeitnehmer in Mobiler Arbeit … die Ruhezeit zwischen Beendigung der täglichen Arbeitszeit und der Wiederaufnahme auf bis zu neun Stunden (verkürzt), wenn sie das Ende an diesem Tag oder den Beginn der täglichen Arbeitszeit am Folgetag selbst festlegen können“. Und weniger Ruhezeit sollte es, wenn ich mir die arbeits- und schlafmedizinische Literatur ansehe, keinesfalls sein; von den produktivitätsschädlichen Auswirkungen einer zu kurzen Schlafdauer einmal ganz abgesehen.

Stets ausreichend guten Schlaf wünscht Ihnen

mit besten Grüßen

Andreas Hoff